Die deutsche Sprache scheint Rechtsextremisten besonders am Herzen zu liegen.
Das Deutsche müsse „vor Überfremdung“ geschützt werden. Das Deutsche müsse wieder „die Bedeutung einnehmen, die ihm zusteht“. Unsere schöne deutsche Sprache dürfe nicht durch Anglizismen verhunzt oder durch andere artfremde Elemente (z.B. Gendern) vergewaltigt werden.
Immer treibend mit dabei, ohne Berührungsängste, ja sogar in engem Schulterschluss mit Rechtspopulisten und Extremisten: der Verein Deutsche Sprache (VDS) – siehe hierzu Remigration und deutsche Sprache.
Eine Sprache, ein Volk, ein Vaterland!
Die erstaunliche Liebe zur deutschen Sprache in der rechten Szene ist nicht verwunderlich: Wie soll man die „echten“ Deutschen („Biodeutschen“) von dahergelaufenen „Passdeutschen“ abgrenzen, wenn man nicht mehr mit Blut und Rasse argumentieren darf? Partei- und Wahlprogramm der AfD geben Aufschluss: Deutsche Sprache, deutsche Identität, deutsche Leitkultur.
Selbst das rechte Bildungsbürgertum raunt von einem über Jahrhunderte durch Sprache, Kultur und christlicher Religion geprägten „gemeinsamen Unterbewusstsein“. An die Stelle von Blut und Rasse treten Sprache und Kulturkreis.
Ein bisschen deutsches Blut darf dann aber doch mit einfließen, wenn es etwa der AfD Sorgen bereitet, dass „die Geburtenrate unter Migranten mit mehr als 1,8 Kindern deutlich höher liegt als unter deutschstämmigen Frauen“ (Grundsatzprogramm – 2016). Wolfram Weimer spricht von der Fortdauer „des eigenen Blutes“ als zivilisatorischer Triebfeder und beobachtet aktuell eine „biologische Selbstaufgabe“ (Das konservative Manifest – 2018).
Dumpf-völkische Sprachpflege?
Natürlich ist Sprachpflege nicht grundsätzlich dumpf-völkisch oder rechtsextrem. Trotzdem: Alle, die beispielsweise das Deutsche im Grundgesetz als Staatssprache festschreiben wollen, in der Öffentlichkeit gegen Überflutung des Deutschen durch Fremdwörter kämpfen oder über das Gendern Bierzelt-Witze reißen, sollten bedenken, wer da noch im Chor mitsingt. Beim VDS empfiehlt sich auch ein kritischer Blick zum Dirigentenpult.





